ETF als Strategie

Als Core-Satellite-Konzept bezeichnet man im Portfoliomanagement einen Ansatz, bei dem das Portfolio in einen soliden Kern – core – und einen mehr spekulativ ausgerichteten Rand – satellite – aufgeteilt wird.

Mit dieser Differenzierung sollen bessere Renditen als im Schnitt erreicht werden, ohne dabei zu sehr die Sicherheit aufzugeben. ETF eignen sich gut, um Core-Satellite-Konzepte zu verwirklichen. Im Prinzip handelt es sich um eine Fortentwicklung der klassischen Portfoliotheorie von Harry Markowitz. Der hatte gezeigt, dass es durch Risikostreuung möglich ist, die Rendite-Risiko-Relation von Portfolios zu verbessern. Bei dem Core-Satellite-Ansatz wird dieses Prinzip um eine aktive risikofreudigere Komponente erweitert.

Worum es im Kern geht

Der Kern sollte dabei den Großteil des Portfolios ausmachen. In der Praxis wird dafür häufig die sogenannte 80-20-Regel angewandt: 80 Prozent der Anlagen fließen in Kerninvestments, 20 Prozent dagegen in die Peripherie. Tatsächlich sollte die Gewichtung aber auch die persönliche Einstellung zu Rendite und Risiko wiederspiegeln. Wenn die Sicherheit einen besonders hohen Stellenwert besitzt, wird der Kernanteil tendenziell höher ausfallen als bei mehr Bereitschaft zum Risiko.

Das Kern-Portfolio sollte immer eine sehr breite Risikostreuung aufweisen. Hier geht es darum, möglichst sichere Renditen zu erzielen. Der core sorgt so für eine gewisse Mindestrendite des Gesamtportfolios, die auch dann erreicht wird, wenn sich die satellite-Investments als Flop erweisen. Der Kern ist daher das klassische Spielfeld von rein passiven Indexfonds, deren Prinzip es ist, Märkte möglichst exakt abzubilden. Sie erzielen die Renditen, die der jeweilige Markt bietet – nicht mehr und nicht weniger – und sind dabei gleichzeitig sehr günstig.

Bei Aktienfonds bietet sich zum Beispiel ein ETF mit Bezug auf den MSCI World Index an. Dabei sollte das Core-Investment aber nicht nur auf Aktienmärkte beschränkt bleiben, sondern unterschiedliche Anlageklassen umfassen.

ETF auch bei satellite-Investments

Bei den satellite-Investments sind die Spielräume größer. Hier geht es darum, spezifische Anlagen zu tätigen, die höhere Renditechancen bieten, aber auch mit größeren Risiken verbunden sind. Das können zum Beispiel aktive Fonds sein, die auf ganz spezielle Märkte ausgerichtet sind, bestimmte Aktien oder Rohstoffe. Eine gute Möglichkeit bieten auch sogenannte Smart Beta-ETF – das sind Indexfonds, die ein aktives Anlagekonzept quasi als eingebaute Regel verfolgen. Sie sind fast ideal für solche Peripherie-Anlagen, weil sie trotz des spekulativen Elements das Prinzip der Risikostreuung nicht vernachlässigen und immer noch vergleichsweise niedrige Kosten aufweisen.

Wenn Sie Ihr persönliches Core-Satellite-Konzept umsetzen wollen, sollten Sie auf Experten-Know How zurückgreifen. Unabhängige Finanzberatung kann Ihnen dabei helfen, die richtige Gewichtung zu finden und passende ETF für Ihre Strategie auszuwählen.